Technikphilosophie und Wissenschaftstheorie
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Hier gibt es keine Übersicht über die Vorlesungen, da in diesem Anwendungsfach jedes Semester andere Vorlesungen angeboten werden. Es gilt "lernen am Beispiel", und Beispiele sind austauschbar. Unten Stehendes soll euch trotzdem einen kleinen Einblick in dieses exotische Anwendungsfach bieten.
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Allgemein
Für mich eines der interessantesten Anwendungsfächer, weil es den Blick über den Tellerrand hinaus öffnet. Es bringt uns dazu, darüber nachzudenken, wie wir das Wissen, das wir bisher erworben haben einsetzen wollen und fördert und fordert das Nachdenken über technisches Handeln im Allgemeinen. Damit einher geht die bewusste Reflexion über scheinbar "alltägliche" technische Neuerscheinungen und deren Einfluss auf unsere Kultur und andere Kulturkreise.
Wer möchte kann zusätzlich noch einen Einblick in die klassische Philosophie bekommen. Interessant ist sicher auch, dass man hier immer direkt mit dem Prof. in der Diskussion steht. Man bekommt einen Eindruck über das Studium geisteswissenschaftlicher Fächer und den Umgang mit Texten, wird gezwungen in den Seminaren mitzuarbeiten oder vor größeren Gruppen Referate zu halten. Außerdem lernt man der Campus Stadtmitte besser kennen.
Organisation
Im Gegensatz zu vielen Anwendungsfächern gibt es keine Vorlesungen/Seminare, die aufeinander aufbauen. Das bedeutet, dass tatsächlich auch schon im sechsten Semester begonnen werden kann. Die Vorlesungen von Prof. Hubig finden immer dienstags von 17:30 - 19:00 Uhr statt und können problemlos schon im fünften Semester gehört werden, da sie sich nicht mit Vorlesungen in Vaihingen überschneiden. Insgesamt sind die meisten Veranstaltungen erst nachmittags oder abends.
Die Seminare unterscheiden sich in Pro-, Haupt- und einfach so Seminare. Dabei sind Proseminare für Einsteiger die bessere Wahl, da sich dort auch andere Philosophieanfänger tummeln, die genauso wenig Ahnung haben, wie man selbst (zumindest am Anfang). Hauptseminare fordern dann schon mehr. Zum Teil ist pro Sitzung ein halbes Buch zu lesen und aufzuarbeiten. Auch können die Diskussionen schon ein bisschen anstrengender werden. Dafür sind die Themen der Hauptseminare um einiges interessanter. Seminare sind Seminare, die sich noch nicht entschieden haben, ob sie Pro- oder Hauptseminar werden sollen. Meistens läuft das in die Schiene Proseminar.
Vorlesungen sind Frontalvorlesungen mit anschließender Diskussion. Die können von einer guten Stunde philosophischer Berieselung bis zur wissenschaftlich aktuellen Beleuchtung von philosophischen Standardwerken alles umfassen. Also ich bin immer gut gefahren, vorher keine Vorlesung in Vaihingen zu besuchen und einen Kaffee zu trinken. Empfehlenswert waren auf jedenfall die Hubig-Vorlesungen, interessant, wenn auch ein bisschen langatmiger die Vorlesungen von Priv.-Doz. Wiegerling.
Prüfungen
Als Prüfungsleistung zum Erwerb eines qualifizierten Scheines gelten: Hausarbeit, mündl. Prüfung oder Klausur. Wie das in der jeweiligen Veranstaltung gehandhabt wird, macht man am besten zu Beginn mit dem jeweiligen Dozenten aus. Alle Veranstaltungen umfassen nur zwei SWS. Das bedeutet, dass man in jedem Fall sechs Prüfungen/ Hausarbeiten machen muss, die einiges an Vorbereitung bedürfen. Niemand verlangt von euch, dass ihr euch in philosophischen Termini zurechtfindet wie ein Philosophiestudent im 6. oder 8. Semester. Jedoch müsst ihr zusammenhängend argumentieren, und vor allen auch die Brücke zwischen der technischen und der philosophischen Seite ziehen können. Ich persönlich würde eine mündl. Prüfung einer Hausarbeit stets vorziehen. Es läuft dann so, dass ihr alle eure Scheine sammelt und das Sektretariat der Philosophen euch anschließend einen zusammenfassenden Zettel für das Prüfungsamt zusammenstellt. Es muss also keine Prüfung angemeldet werden, und wenn eine schlecht läuft, ist es immer noch möglich eine andere Vorlesung aus dem selben Bereich zu hören.
Nachteile
Das Philosophiestudium ist anders organisiert als unser Studium hier in Vaihingen. So sind auch im Anwendungsfach keine festen Vorlesungen angegeben sondern nur Bereiche, aus denen wir Vorlesungen und Seminare besuchen müssen. Hierfür empfiehlt es sich immer, einen Blick in das kommentierte Vorlesungsverzeichnis der Philosophen, das man übrigens zum Unkostenbeitrag in der Bibliothek des WT/TP erwerben oder in Internet runterladen kann, zu werfen, denn dort sind die Zuordnungen angegeben sowie ein kurzer Überblick über das Seminar bzw. die Vorlesung, zusätzlich meist einige einführende Literatur. Für manche Veranstaltungen wird erwartet, dass man die Literatur vorher liest.
Außer Prof. Hubig weiß keiner der Dozenten in der Stadt unten genau Bescheid, was wir eigentlich von Ihnen brauchen. Deshalb empfiehlt es sich, rechtzeitig mit Prof. Hubig Rücksprache zu halten, was er als qualifizierten Schein (das ist das, was wir brauchen) akzeptiert. Dazu ist er aber gerne bereit, denn die Kybernetiker, die sich zu ihm wagen sind ihm besonders willkommen. Auch wenn ihr von dem vorgegebenen Fächerkanon etwas abweichen wollt, empfiehlt es sich, sich mit Prof. Hubig abzusprechen. Wenn ihr gute Gründe habt, lässt er sicher mit sich reden.
Das Anwendungsfach ist sehr aufwendig man braucht auf jeden Fall drei Semester um es abzuschließen. Will man einen besseren Einblick in die Philosophie bekommen, empfiehlt es sich einiges mehr zu hören, als notwendig (insbesondere die Seminare "Einführung in die Philosophie"), dies ist aber nicht notwendig um erfolgreich die Prüfungen zu bestehen.
Mein Vorschlag für die Veranstaltungsauswahl ist:
- 3 Vorlesungen
- 2 Hauptseminare
- 2 Proseminare
- 1 Einführungsveranstaltung ("Einführung in ...").
nur Mut
Es gibt genügend Möglichkeiten, auch außerhalb des Anwendungsfaches noch technische Vorlesungen zu hören. Die Kybernetik bietet hier die einmalige Möglichkeit sich mit einem völlig anderen Themenfeld zu beschäftigen und über den Tellerrand zu schauen. Hier lernt man, wie man zusammenhängend und schlüssig argumentiert und andererseits Fehler in der Argumentationskette eines anderen findet. Das sind Qualifikationen, die ihr überall brauchen könnt und wenn ihr Interesse daran habt, lohnt es sich, die organisatorischen Hürden in Kauf zu nehmen. Nur zu und keine Angst, die Philosophen freuen sich, wenn ein paar Techniker ihre Reihen füllen.
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