GDI
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Im Wahlmodul Grundlagen der Ingenieur- und Naturwissenschaften (kurz GDI oder GNI) sind im Umfang von 12 LP Module aus dem Angebot der Studiengänge der Fakultäten
- Energie-, Verfahrens- und Biotechnik,
- Luft- und Raumfahrttechnik und Geodäsie sowie
- Konstruktions-, Produktions- und Fahrzeugtechnik zu wählen.
Für die Auswahl gelten § 5 Abs. 5 und § 9 Abs. 1 Nr. 4 der Prüfungsordnung. Generell sollen die gewählten Vorlesungen für euch als Ingenieur oder für ein bestimmtes Anwendungsfach eine Grundlage darstellen. Daher werden einige Fächer der genannten Fakultäten abgelehnt, aber nach Absprache mit dem Prüfungsausschussvorsitzenden (Prof. Kistner) auch Veranstaltungen von anderen Fakultäten (Mathematik, Informatik...) zugelassen. Mit der GDI-Wahl legt man sich normalerweise nicht automatisch auf ein bestimmtes Anwendungsfach fest. Falls der Umfang einer Veranstaltung in Leistungspunkten angegeben ist, so ist diese Angabe verbindlich. Ansonsten gilt im Allgemeinen LP = 1,5 * SWS.
Neben den hier beschriebenen Vorlesungen können auch alle unten aufgeführten gewählt werden. Alle Angaben sind ohne Gewähr (also sicherheitshalber lieber selbst noch einmal nachfragen!).
Außerdem finden sich auch noch einige Veranstaltungen im LSF im Modulhandbuch Kybernetik - Ergänzungsmodule - GNI.
Inhaltsverzeichnis |
Wahlmöglichkeiten
Folgende Vorlesungen wurden bereits in den GNI-Katalog aufgenommen.
| LP | Vorlesung | Prüfungsnummer |
|---|---|---|
| 6 | Bildverstehen | 10050 |
| 6 | Theoretische Chemie (Atom- und Molekülbau) | 10420 |
| 6 | Biochemie | 10440 |
| 12 | Technische Thermodynamik I + II | 11220 |
| 9 | Einführung Erneuerbare Energien | 11530 |
| 6 | Automatisierungstechnik I | 11620 |
| 9 | Numerische Mathematik 1 | 11820 |
| 9 | Numerische Mathematik 2 | 11850 |
| 9 | Höhere Analysis | 11860 |
| 6 | Technische Mechanik IV | 11960 |
| 6 | Biophysikalische Chemie I | 11980 |
| 12 | Grundzüge der Maschinenkonstruktion I+II mit Einführung in die Festigkeitslehre | 13310 |
| 6 | Technische Strömungslehre | 13750 |
| 6 | Strömungsmechanik | 13760 |
| 6 | Softwareentwicklung und Engineering in der Steuerungstechnik | 14050 |
| 6 | Grundlagen der Technischen Optik | 14060 |
| 9 | Dynamische Systeme | 14720 |
| 6 | Steuerungstechnik | 16250 |
| 6 | Maschinendynamik | 16260 |
| 6 | Technische Biologie I/II | 17960 |
| 3 | Solartechnik I | 18300 |
| 6 | Biochemie I | 20960 |
| 6 | Biochemie II | 20980 |
| 3 | Softwarewerkzeuge für Ingenieure | 21670 |
| 6 | Dynamik mechanischer Systeme | 25120 |
| 3 | Mechatronische Systeme in der Medizin - Anwendungen aus Orthopädie und Rehabilitation | 31390 |
| 3 | Ölhydraulik und Pneumatik in der Steuerungstechnik | 33700 |
| 3 | Steuerungstechnik II | 33750 |
Die Liste ist allerdings nicht vollständig. Alle in dieser Liste aufgeführten Vorlesungen sind im LSF den neuen Bachelor- oder Master-Studiengängen zugeordnet. Zusätzlich zu diesen kann man aber auch genehmigte Vorlesungen aus den alten Diplomstudiengängen belegen (z.B. Chaostheorie).
Erfahrungsberichte
9 Leistungspunkte
Dynamische Systeme 1
Diese Vorlesung wird in unregelmäßigen Abständen von Prof. Pöschel (IADM) gelesen, ist also eigentlich eine Vorlesung für Mathematiker. Man beschäftigt sich hier mit der Analyse dynamischer Systeme, also zum Großteil mit der Lösung von gewöhnlichen Differentialgleichungssystemen. Um hier aber nicht missverstanden zu werden: es geht um die Lösung nicht um das Lösen... Nachdem man in der ersten Vorlesung eingesehen hat, dass man die Lösung einer allgemeinen DGL nicht geschlossen hinschreiben kann, beschäftigt man sich mit dem asymptotischen Verhalten der Lösungen - also Fragen wie Stabilität und periodisches Verhalten. Die Vorraussetzungen von Prof. Pöschel sind Ana1,2 und Laag1,2. Ich würde euch auch empfehlen, es tatsächlich nur zu versuchen, wenn ihr wirklich Interesse an der Mathematik, speziell der Analysis habt. Ich selbst habe feststellen müssen, dass man bei so einer Veranstaltung den Unterschied zwischen HM und der Alternative doch deutlich merkt. Es ist garantiert eine der anstrengensten Vorlesungen, die man im Rahmen der GDI belegen kann, aber es zahlt sich in nahezu jeder anderen Vorlesung aus. Jedes mal wenn irgendwo Worte wie Stabilität oder Bifurkation fallen, weißt du dann als "einziger" um was es gerade geht. Die Prüfung ist mündlich, eine halbe Stunde. Prof. Pöschel freut sich allerdings, wenn Kybs sich zu ihm verirren und auch der Gesamtschnitt der DS Prüfung hatte eine 1 vor dem Komma - ist also machbar. Diese Vorlesung ist aus der Fakultät 8.
6 Leistungspunkte
Maschinendynamik
Diese Vorlesung kann man auch im Modul "Modellierung" anrechnen lassen.
Die Vorlesung wird immer im Wintersemester am ITM angeboten, also von Prof. Eberhard und Dr. Fleissner gelesen. In der Maschinendynamik lernt man, wie man Mehrkörpersysteme modelliert, analysiert und stückweise auch noch wie man sie simuliert. Ich kann die Vorlesung jedem empfehlen, der Spaß an TM hat, man muss jedoch nicht besonders gut darin sein um mitzukommen, weil man wieder bei "Null" anfängt. Da die Vorlesung sich nur um Mehrkörperdynamik dreht, also Kinematik und Kinetik für starre MKS, werden diese Themen auch viel intensiver und analytischer behandelt als in der TM. Man kann der Vorlesung gut folgen und wenn man jedes mal versucht so viel man kann die Übungen vorzubereiten, geht die Prüfungsvorbereitung auch ziehmlich locker. Die Prüfung selbst ist im ITM-Stil, also Kästchenaufgaben, die aber viele Zwischenschritte und Ergebnisse verlangen. Fazit: superlockere 1,0 und noch dazu ist es ziehmlich interessant.
Steuerungstechnik mit Antriebstechnik (Steuerungstechnik 1)
In dieser Vorlesung geht es um eine allgemeine Einführung in die Steuerungs- und Antriebstechnik: Kontaktsteuerungen, fluidische Steuerungen (Hydraulik, Pneumatik), SPS-Programmierung, NC-Programmierung, Robotersteuerungen, elektrische Antriebe… Jeder, der später in der Maschinenbau oder Robotik-Branche evtl. arbeiten möchte, sollte meiner Meinung nach einmal etwas davon gehört haben. Die Vorlesung wird von Prof. Verl gehalten, der seine Folien durchklickt, die man in der ersten Vorlesung käuflich erwerben oder downloaden kann, und das eine oder andere erklärt. Wirklich lohnenswert, wenn man sich für das Thema interessiert, sind die freiwilligen Zusatzübungen bei Herrn Seyfarth, in denen auch Prüfungsaufgaben gerechnet werden. Die Prüfung selbst ist nicht schwierig, da das Institut (ISW) viel Material und alle alten Klausuren zum Üben zur Verfügung stellt. Die Vorlesung und Prüfung findet im Wintersemester statt. Im Sommersemester folgt danach das Praktikum. Es beinhaltet 4 Nachmittage, ist in lockerer Atmosphäre, ist interessant und vom Anspruch her nicht sehr hoch.
Steuerungstechnik der Werkzeugmaschinen und Industrieroboter
Verl, ISW, Sommersemester (Wahl ist laut Herrn Kistner möglich - Erfahrungsberichte fehlen noch)
Einführung in die Chaostheorie
Sehr interessante Vorlesung beim Prof. Avrutin im Wintersemester (IPVS). Es geht um nichtlineare dynamische Systeme, vor allem um diskrete Abbildungen, deren Verhalten man erklären möchte. Klassisches Beispiel das in der Vorlesung auch ständig auftaucht ist die logistische Abbildung. Man lernt Bifurkationsszenarien, Stabilitätskriterien (zB. Lyapunov), fraktale Dimensionen, Mandelbrot- und Julia-Mengen kennen und kennt danach ua. Begriffe wie Poincaré-Schnitt, Attraktor, Orbit, Kodimension-vier-Bifurkation etc. Die Vorlesung ist relativ klein. Es sitzen vor allem Kybernetiker drin, aber auch paar Mathematiker und Informatiker (für letztere ist die Vorlesung eigentlich gedacht). Prof. Avrutin bemüht sich wirklich, das Interesse bei den Studenten zu wecken und freut sich, wenn die Leute dann ihre Studien/Bachelor-Arbeiten bei ihm machen wollen.
3 Leistungspunkte
Einführung in die Elektrotechnik 2
Da "Einführung in die Elektrotechnik 1" für alle Kybs Pflicht ist, gibt es dazu nicht viel zu sagen. Es geht vom Vorlesungs-/Übungs-Stil her im Wintersemester genau so weiter. Themen sind elektrische Maschinen, was sich mit Steuerungstechnik 1 etwas überschneidet, und Halbleiterbauelemente (Diode, Transistor, Operationsverstärker). Halbleiterbauelement begegnen jedem in ESV ebenfalls nochmals, jedoch in gefühlt der 10-fachen Geschwindigkeit, weshalb es durchaus hilfreich ist, schon einmal etwas davon gehört zu haben. Die Prüfung ist vom Stil ebenfalls wie die des ersten Teils. Das Praktikum mussten Kybs in unserem Jahrgang (2008) nicht machen! (die 2009er auch nicht)
Wichtig: Wenn euch nichts anderes gesagt wird, dann schaut euch vor der Klausur auch nochmal die Multiple-Choice-Aufgaben aus ET 1 an. Die restlichen zwei Aufgaben sind dann aber nur aus ET 2.
Mechatronische Systeme in der Medizin
Dr. Schneider ist Abteilungsleiter am Fraunhofer IPA, wo auch die Vorlesung im Wintersemester stattfindet. Er hat Medizin studiert und gibt einen Einblick, wo mechatronische Systeme in der Orthopädie und Rehabilitation überall eingesetzt werden können. Er erklärt nicht nur medizinische Aspekte, sondern gibt sich wahnsinnig viel Mühe auch Einblicke in seine Forschungsthemen zu geben. Ebenfalls organisiert er Treffen mit Hightech-Knieprothesenträgern, modernen Rollstuhlherstellern und zeigt sein Ganglabor. Auch wenn ich das in dieser Vorlesung gelernte nicht als "Grundlagen der Natur- und Ingenieurwissenschaften" bezeichnen würde, war es eine faszinierende und extrem spannende Vorlesung, die einen in ein ganz unbekanntes Themenfeld führt und eine willkommene Abwechslung im sonst sehr theorielastigen Studium ist. Die Klausur ist übrigens sehr, sehr einfach ;)
Robotik I
Dieses "kognitive Robotik"-Pflichtfach vom IPVS im Wintersemester kann man auch bereits im Rahmen von GDI besuchen. Es geht um Teilsysteme von Robotern (Gelenke, Antriebe und Stromversorgung, Sensoren) und Themen wie Roboter-Programmierung und Kinematik (Koordinatentransformationen etc.). Weiteres großes Thema sind evolutionäre Algorithmen und angesprochen werden auch Schwarmintelligenz und neuronale Netze. Die Vorlesung geht leider nur wenig in die Tiefe, dafür hält sich der Aufwand für die Prüfung in Grenzen.
Softwarewerkzeuge
Wer bei dieser Vorlesung vom ILS auf einen sprechenden Titel hofft wird wohl davon enttäuscht werden. Für Matlab ist (leider) nur eine einzige Vorlesung eingeplant und selbst die wurde zumindest im WS 10/11 getrichen. Dafür bekommt man eine Vorlesung zur Programmiersprache C in der wohl alle, die bereits in C ähnlichen Sprachen programmiert haben nicht mehr allzu viel Neues lernen werden - zumal die Vorlesung eine Erstsemestervorlesung für Luftis ist. Die Prüfung ist eine reine Multiple-Choice-Prüfung mit 90 Fragen in 60 Minuten. Da man auch noch durch die Abgabe von Übungen einen Bonus von 15% auf die Prüfung erhält sollte es aber nicht sonderlich schwer sein aus der Vorlesung statt viel neuem Wissen wenigstens eine gute Note mitzunehmen.